Aktuell

Sonntag 17.05.2026

Frühlingsexkursion
07:00 - 12:00
  • Text

    Die diesjährige Frühlingsexkursion führt uns zu den Schrebergärten zwischen Basel-Bachgraben und Hégenheim,

    sowie zu den ökologisch aufgewerteten Flächen um die Kiesgrube herum.

    Es erwartet uns eine vielfältige Landschaft, die aufgrund der Renaturierungsmassnahmen

    Vögeln, Schmetterlingen, Amphibien und Insekten ihren Lebensraum zurück gegeben hat.

    Lassen wir uns überraschen!

    Wir treffen uns am Sonntag, 17.5.26 um 07:00 Uhr in Therwil-Zentrum und fahren

    mit dem Bus 49 ab 07:14 Uhr bis Basel-Bachgraben an 07:38 Uhr.

    Die etwa 3-4 stündige Exkursion findet bei jeder Witterung statt, Verpflegung aus dem Rucksack.

    Ein Feldstecher erleichtert das Erkennen und Bestimmen der Beobachtungen, unsere Exkursionsleiter

    verfügen über Fernrohre. Wir freuen uns auf alle Natur- und Vogelinteressierte.

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Neuer Hochstammobstgarten, ein Generationenprojekt

Hochstammobstbäume prägten über Jahrzehnte unsere Landschaft. Überall standen die Bäume in den Feldern rund um die Dörfer und dienten der Versorgung der Bevölkerung mit Früchten. Der ökologische Nutzen war damals noch kaum bekannt. Doch in alten Protokollen des Obstbauvereins Ettingen-Therwil, den Gründern des Natur- und Vogelschutzvereins (NVT), ist zu lesen, dass sie die Vögel in den Obstbäumen fördern wollten, um Schädlinge zu reduzieren. Nun kommen die letzten von ihnen gepflanzten Bäume an ihre Altersgrenze. Da die Pflege und Bewirtschaftung dieser Bäume aufwendiger ist als bei Niederstammbäumen, wurden kaum mehr Hochstammobstbäume gepflanzt. Dies hat grosse Auswirkungen auf das Landschaftsbild und unsere Wahrnehmung. Eine Landschaft ohne Bäume wirkt monoton, die Blüten der Kirsch- und Apfelbäume aber erfreuen das Gemüt.

Nun darf sich Therwil wieder an einem neuen Obstgarten erfreuen. Dank der Weitsicht der Familien Guido Gschwind und Thomas Heinis sowie des Bewirtschafters Lukas Gschwind konnte am 14. März der NVT mit 25 Naturbegeisterten im Hofgebiet «Eigen» 45 neue Hochstammobstbäume pflanzen. Und weder Regen noch Kälte hielten die zupackenden Hände aus der Region von der Arbeit ab.

Dass die Pflanzung bei schwierigen Wetterbedingungen reibungslos verlief, ist Gian Caminada vom Forst Angenstein zu verdanken. Er hat mit dem Bagger die Pflanzlöcher gegraben und mit der Schaufel die Pfähle eingerammt. So war die schwerste Arbeit einfach gemacht. Gilgia Nauser von MerNatur GmbH bereitete die Jungbäume mit dem Pflanzschnitt optimal vor. Zur Erweiterung der Vielfalt wurden vier Strauchgruppen gepflanzt, damit auch Kleinsäuger und Igel ein neues Zuhause finden.

Die Baumarten wurden so gewählt, dass bei der Ernte von verschiedenen Früchten profitiert werden kann. Mehr als die Hälfte der Bäume sind alte Sorten von ProSpecieRara. So hat es Äpfel-, Zwetschgen-, Mirabellen- und Quittenbäume. Darunter sind auch die alte Lagerapfelsorte Boskoop und die schorfresistente Rubinola. Es wurde besonders darauf geachtet, möglichst Sorten auszuwählen, die resistent sind gegen Mehltau und Schorf. Für die Biodiversität wurden Wildäpfel und Wildbirnen, Mispeln, Vogelbeeren und Elsbeeren gepflanzt.

Lukas Merkelbach von MerNatur organisierte die Bäume im Rahmen des Steinkauz-Wiederansiedlungsprojekts im Leimental. Die gesetzten Obstbäume bilden eine Grundlage für die Rückkehr des Steinkauzes. In einigen Jahren wird der Gartenrotschwanz hier passenden Lebensraum finden. Und in zehn Jahren brütet vielleicht der Wiedehopf wieder hier. Eine Vision mit guten Chancen.

BirdLife Schweiz führt den neuen Hochstammobstgarten auf der Liste von «Naturjuwelen-plus», einem schweizweiten Projekt zur Förderung der ökologischen Infrastruktur. Dies anerkennt den Wert der realisierten Aufwertung für unsere Natur. Die Projektkosten wurden gänzlich von den Besitzerfamilien getragen. Der NVT dankt ganz herzlich für diese Grosszügigkeit. Ein dickes Lob geht an alle Beteiligten der Pflanzaktion. Unsere Enkel werden sich an die Weitsicht der Leimentaler Baumpflanzer erinnern, wenn sie dereinst vor dem wunderschönen Obstgarten stehen.

Konrad Knüsel, Präsident Natur- und Vogelschutzverein Therwil

Neuer Weiher und aufgewertete Ruderalfläche in Metzerlen

Nachdem in den Jahren 2022 und 2023 auf dem Chirsgartenhof in Metzerlen bereits einige ökologische Aufwertungen umgesetzt werden konnten wie eine neue Hecke, viele neue Hochstammobstbäume zur Ergänzung der bestehenden und in die Jahre gekommenen Kirschbäume, fehlte eigentlich nur noch eine Wasserquelle für Amphibien und Insekten. Annekäthy Schaffter und Christophe Aebi fragten den NV Therwil an, ob wir ihnen dabei helfen könnten. Dieser Anfrage entsprachen wir gerne. Zusammen mit Christian Becker vom Forstbetrieb Angenstein erstellten wir einen gemeinsamen Plan. Am heissen Besichtigungstag sahen wir die vielen Insekten, welche an einer kleinen Wasserpfütze zum Trinken kamen. Unter Berücksichtigung dieses Aspektes war es wichtig, dass genügend Flachwasserzonen eingeplant wurden. Der Weiher wurde so geplant, dass eine tiefe Stelle immer mit Wasser gefüllt ist und bei Trockenheit die Flachwasserzone sich einfach  in die tiefere Zone verschiebt. Beide Zonen wurden mit einem Steinhaufen ausgestattet, damit sich Amphibien bei Gefahr darin verstecken können. Die Umgebung mit Ast- und Steinhaufen bilden sichere Rückzugsorte für die Amphibien während der Zeit ausserhalb des Wassers. Ein frostsicherer Winterunterstand mit einem Meter Tiefe gehört ebenfalls zum Konzept. Der Weiher wurde mit einer Folie abgedichtet, damit das Wasser bleibt. Gleich angrenzend wurde ein zweiter Weiher gebaut, welcher aber nur temporär Wasser haben wird. Bei starkem Regen gibt es einen Überlauf, welcher dieses Gewässer füllt. Somit haben mögliche Gelbbauchunken oder Geburtshelferkröten einen vorhandenen Lebensraum. Die Anlage ist wunderbar eingebettet zwischen der Hecke und dem grossen Pflanz- und Obstgarten. Der Waldrand als weiteres Rückzugsgebiet ist mit 300 m ebenfalls für alle erreichbar. 

Auf der Vorderseite des Ökonomiegebäudes war bereits eine kleine Ruderalfläche. Diese wurde nun aufgewertet mit Ruderalpflanzen und einer Vertiefung, wo ebenfalls temporär Wasser zum Stehen kommt. So haben weitere Insekten einen zusätzlichen Lebensraum. 

Das Projekt wurde finanziert vom Naturfonds salzgut und dem Natur- und Vogelschutzverein Therwil. Wir danken den jungen Bauersleuten für ihren Einsatz zum Erhalt der Biodiversität in der Landwirtschaft. Ein weiterer Dank gehört Gian Caminada, welcher einmal mehr seine Fähigkeit, die Landschaft zu lesen, unter Beweis gestellt hat. 

                   

Renaturierung „Kleine Sandgrube“ Biel-Benken

Das grösste Projekt, welches der Natur- und Vogelschutzverein Therwil bis heute durchgeführt hat, ist die Renaturierung der Kleinen Sandgrube in Biel-Benken.

Unter der fachlichen Leitung von Lukas Merkelbach von MerNatur wurde ein Projekt ausgearbeitet, welches folgenden Inhalt hatte: gestuften Waldrand, Holzschlag im angrenzenden Wald für mehr Licht, Rodung in der Sandgrube selbst, Entfernung von Neophyten, Freilegung der Sandwand usw. Neu wurde eine Feuchtzone integriert zur Förderung der Geburtshelferkröte und der Gelbbauchunke. Nachdem wir finanziell abgesichert waren, konnte im Frühling 2024 mit den Arbeiten begonnen werden. Der Arbeitsaufwand bei der Waldrandaufwertung war deutlich grösser als geplant. Darum musste Ende März das Projekt gestoppt werden, wollten wir als Naturschutzverein nicht während der Brutzeit in einem so sensiblen Gebiet arbeiten. Mitte September ging es dann weiter im eigentlichen Schutzgebiet. Wir staunten nicht schlecht, als bei den Rodungsarbeiten plötzlich eine Naturschutztafel zum Vorschein kam, welche vollständig eingewachsen war.

Die meterhohen Armenischen Brombeeren und Neophyten wurden entfernt. Grasverwachsungen wurden aufgelöst, damit der Sand wieder sichtbar wird. Dazu wurde ein Brunnen für die Amphibien eingegraben, welche nur temporär Wasser brauchen. Dies ist auch ein Zugeständnis an die Anwohner, damit sich die Lautäusserungen der Amphibien nicht über das ganze Jahr hinweg ziehen. Nach den umfangreichen Arbeiten war plötzlich ersichtlich, dass die kleine Sandgrube gar nicht kleiner ist als die gegenüberliegende grosse Sandgrube. Die Entwicklung dieses Gebietes wird mit Spannung zu verfolgen sein. Wir danken an dieser Stelle Alpiq, IWB, dem Karl Schopfer-Fonds, Fracht AG, dem Naturfonds salzgut, dem Natur- und Vogelschutzverein Oberwil und der Einwohnergemeinde Biel-Benken für die finanzielle Unterstützung. Ohne ihre Grosszügigkeit wäre es nie möglich gewesen, diesen grossen „Hoselupf“ als NVT durchzuführen.

                         

Biodiversitätsförderung Hinterlindenhof Therwil

Im Frühling 2024 kam der Landwirt Nico Betge auf den NV Therwil zu und bat um Beratung zur Förderung der Biodiversität auf seinem Hof. Das Ziel war, dass seine Kunden, welche seinen sehr schönen Hofladen aufsuchen, inspiriert werden sollten, damit sie ebenfalls bei sich zu Hause die natürliche Vielfalt in ihrem Garten oder auf dem Balkon stärken. In mehreren Gesprächen konnten die Ideen von Nico Betge mit den Anforderungen einer Aufwertung vereinbart werden. Die Ziele wurden definiert: Wildbienenstandorte, eine Hecke der Qualitätsstufe 2 mit Krautsaum, Ast- und Steinhaufen für Kleinsäuger und Unterstände für Reptilien und Kröten. Dazu ein Weiher, welcher mit dem Dachwasser des Gebäudes gespiesen wird. Die Fläche sollte mit naturnahen Elementen eingefasst werden. So wurde eine Fläche für eine Buntbrache reserviert. Eine weitere Fläche wurde ausgeschieden, um damit den Besuchern die Ackerbegleitflora zu zeigen. Viele dieser Blumen haben heute in der intensiven Landwirtschaft keinen Platz mehr. Das Gleiche gilt für Gräser, welche langsam wachsen. Auch ihnen wurde ein Standort zugewiesen.

Dieses Projekt war nur möglich durch die Unterstützung der Einwohnergemeinde Therwil im Rahmen des Projektes „Förderung von Natur und Landschaften“, der IWB Basel, des Hilfsfonds der Vogelwarte Sempach, des Karl Schopfer-Fonds und von privaten Spendern. Wir danken allen Sponsoren von ganzem Herzen wie auch Nico Betge, dass er uns die Möglichkeit geboten hat, eine solche Aufwertung auf seinem Hof vorzunehmen. Die Entwicklung wird sehr spannend werden.

30. Kantonaler Naturschutztag, 26. Oktober 2024

Ökologische Aufwertung am Veloweg nach Ettingen

Das Projekt wurde von Markus Plattner, Abteilungsleiter Natur und Landschaft, Ebenrain, schon im Frühling lanciert mit der Anfrage an den NVT, eine ökologische Aufwertung zu entwickeln und umzusetzen. 

NVT-Präsident Konrad Knüsel umriss zu Beginn das Vorhaben: Steinerne Wieselburgen, riesige Holzhaufen, eine Sandlinse und Sträucherpflanzungen sollen Brut- und Aufenthaltsorte schaffen für Kleinsäuger, Vögel, Insekten, Sand- und Wildbienen, sowie Nahrungs- und Schutzmöglichkeiten für unzählige Lebewesen.

 Gemeindepräsident Stefan Gschwind stattete uns einen Besuch ab, und er kam mit vollen Händen: Seine Schüler bauten ein schönes  Bienenhotel, das diversen Insekten und Solitär-Bienen zur Fortpflanzung dient. Und die Schüler werden noch zwei weitere Bienenhotels zusammenzimmern, welche zur Bereicherung des ökologisch aufgewerteten Landstreifens beitragen. Vielen Dank!

 

                         

                 

Federn einer gefressenen Schleiereule

In Rodersdorf wurde eine Schleiereule Opfer eines Fressfeindes.